Muttertag

„Es gibt keinen Weg eine perfekte Mutter zu sein, aber es gibt 1000 Wege eine liebevolle Mutter zu sein“

Da ich ja nun glücklicherweise in Ägypten befinde, habe ich ja das große Glück 2 mal im Jahr Muttertag zu haben 😀 Von daher werde ich die Gelegenheit in diesem Jahr nutzen, mich von zwei Seiten dem Thema zu nähern. Da mein Leben zwangsläufig mit meiner Mutter begonnen hat, fange ich heute auch damit an.

Wie fühle ich mich als Kind meiner Mutter und warum ich ihr heute trotz allem Dankbar sein kann?

Der ein oder andere der meine letzten Beiträge wird wahrscheinlich gerade verwundert den Kopf schütteln und ich bin auch manchmal verwundert, das ich soweit kommen konnte. Und es war auch ein sehr langer und harter Prozess, alles irgendwie zu verstehen, zu vergeben und auch gute Dinge in dieser Beziehung zu erkennen.

Die meisten die mich als Kind „kannten“ würden heute sagen, ich war ein sehr rebellisches Kind. Immer hab ich irgendwas angestellt, kaputt gebastelt oder irgendwen verprügelt oder auch mal apatischund vollkommen weggetreten in der Ecke gesessen.
Andererseits kann ich mich daran erinnern, auch mal im Herbst in die Havel gespringen zu sein um kleine Katzenbabys zu retten. Ich habe sie mit meiner Jacke versucht zu wärmen und bin dann stolz mal was „gutes“ getan zu haben mit diesen Kätzchen nach Hause gelaufen. Aber nein, schnell hatte ich mal wieder Prügel bezogen, weil ich das Viehzeug gerettet habe und dann auch noch so blöd bin und die nach Hause schleppe…..
Also konnte ich machen was ich wollte, es war nie richtig.

Ich wuchs also in der Gewissheit auf, das ich nicht richtig bin, nicht gewollt, alles falsch mache und sowieso alles meine Schuld ist, was in diesem Haus.
Ein Leben in Ablehnung, Erniedrigung, Gewalt und Sex.
Und doch gab es die lichten Momente, in denen ich die Hoffnung hatte, meine Mutter würde ich irgendwann „lieben“ können. Schliesslich hat sie es ja nach einer Prügelattake immer behauptet. Sie wisse nicht was sie mit mi machen soll, ich müsste doch endlich begreifen, das ich andauernd schlimme Sache mache und nur brav sein müsse. Heute kkann ich sie zum teil verstehen, denn je mehr ich in diesen Gefühlen gewachsen bin um so mehr wuchsen diese Schuld, die Angst, alle Unsicherheiten….. und trotzdem wollte ich doch nur die Anerkennung einmal als gutes Kind und Liebe spüren ohne dafür die Beine breit machen zu müssen.

Irgendwann fängt man dann ja auch an die Umwelt bewusst wahr zu nehmen, man sieht andere Kinder und Jugendliche. Dann erkennst du zumindest schon mal den Zustand, das mein Leben nicht so wirklich normal ist, wie es für mich schien.
Als ich dann mit 15 Jahren dann endgültig aus dem „heiligen“ Kreis der Familie verbannt wurde, hatte ich mitt fest vorgenommen, das ich im Leben niemals so werden würde, wie sie. NIEMALS.

Der Plan war gut, aber dadurch, das ich nie gelernt habe was normal ist, war das nicht wirklich einfach und schon gar nicht als ich selbst Mutter wurde. Aber zu meiner Mutterrolle dann beim deutschen Muttertag 😀
Das Problem war einfach, das ich zwar wusste was ich nicht sein will, aber gefangen und gedrillt auf diese Gefühle und Muster saß ich Ewigkeiten darin fest. Da ich nie wusste, wie es machen kann. Viele viele Menschen sagten mir auch offen ins Gesicht, das ich nicht normal bin, blöderweise konnte mir auch niemand sagen wie „normal“ sein geht. Und ich hatte ja auch immer dieses Unendliche Gefühl von Schuld und ein Niemand zu sein. Und trotzdem war immer eine kleine Stimme in mir, die versuchte mir mitzuteilen das ich kein schlechter Mensch bin….Und ich habe dann auch irgendwann angefangen zu begreifen was mit mir passiert. Der Schlüssel liegt nicht daran, das Umfeld zu ändern, sondern mich selbst. Denn damit fing sich an meine Welt zu ändern. In vielen kleinen Schritten, mit harten Tiefschlägen und Rückschlägen. Jahre lange Konditionierung bekommt man nicht einfach in ein paar Tagen gedreht.

Ich habe bis vor knapp 10 Jahren um die Anerkennung meiner Mutter gekämpft und musste irgendwann schmerzlich erkennen, das sie dazu nie wird in der Lage sein. Zumindest nicht so wie ich es für mich gebraucht hätte. Nachdem wir uns ein letztes Mal richtig angeschrien habe, ich zum ersten Mal im Leben ihr gegenüber richtig geplatzt bin, Habe ich sie auch nie wieder gesehen und das werde ich wohl auch nie wieder. Aber dieser Monet war einer der wichtigsten für mich, da ich ihr endlcih mal diesen ganzen Schmerz ins Gesicht geschleudert habe. Danach kam ein bisschen Ruhe in mich, trotzdem lag diese Ewige schwere Schuld, das ich es wieder mal verkackt habe so sschwer auf meinen Schultern….

Ein paar Jahre später hatte ich das Glück einen Coach kennen zu lernen und durch harte arbeit und lernen konnte ich diese Gefühle verstehen und lernen loszulassen. Ich konnte mich und auch andere Menschen viel besser verstehen, begreifen und endlich diese Schuld loslassen. Ich hatte wirklich riesen Glück diese Menschen zu treffen, die mir mein passendes Puzzleteil gezeigt haben. Denn es gibt kein „normal“ ich bin wer ich bin und das ist gut so. Ich mache Fehler, ich lache, ich liebe, ich weine, ich habe Träume und vieles mehr. Und es schön zu wissen, das ich es darf. Denn ich muss am Ende mir selbst in die Augen schauen können. Ich habe gelernt mit all diesen guten und schlechten Gefühlen in mir umzugehen und mir auch in einer Notsituation hilfe zu holen und dies auch zu dürfen. Ich habe auf einem harten Weg gelernt meine Grenzen zu haben und diese auch Mitzuteilen. Ja ok, kann nicht jeder mit umgehen, aber auch das ist ok. Denn dies darf jeder für sich entscheiden, denn ich ziehe mir diese Schuld einfach nicht mehr an…..Ich muss nicht jedem gefallen, denn auch mir gefallen nicht alle Menschen denen ich im Leben begegne.

Der härteste Schritt um meine Wut und meinen Hass loslassen zu können, war die Sache mit der Vergebung. Ich habe mich lange geweigert, warum das hat sie nicht verdient. Viele Erklärten mir mit einer Engelsgeduld, das ich das nicht für sie mache sondern für mich. Ich könnte es nicht begreifen, ich konnte es nicht, denn damit wäre unsere letzte „Verbindung“ dann auch noch weg. Und wenn ich ehrlich bin damit war auch die Angst in mir, das ich dann endgültig nie und nimmer diese Anerkennung die ich so sehr wollte, bekommen würde.
Bevor ich nach Ägypten gegangen bin, hatte ich ein wirklich wirklich großes Problem mit meinem ältesten Sohn. Und in diesem Moment wo ich ganz tief unten war, als Mutter tief verzweifelt und machtlos der Situation gegenüber. Genau da kam dieses Gefühl der Vergebung zu meiner Mutter.
Nun der Abstand zu dem ganzen nach Deutschland und mein letztes Jahr haben dann noch einmal mehr geholfen. Aber das war der Moment wo ich verstand, was es bedeutet für mich zu vergeben.

Und so bin ich heute auch trotz allem sehr dankbar, denn durch alles was ich bisher erlebt habe und wofür ich gekämpft habe, hat mich zu dem gemacht was ich heute bin.

Ich bin heute Stolz auf mich auf das was ich bis jetzt geschafft habe und das was ich noch schaffen kann und werde.
Ich bin ein gutherziger Mensch, selbstbewusst und stark und dazu muss ich verdammt noch mal nicht perfekt sein. Denn ganz ehrlich, ich habe noch nie einen wirklilch fehlerfreien und perfekten Menschen getroffen. Denn hinter jeden einzelnen Menschen steht eine Geschicht. Es liegt nur an uns, wie wir damit umgehen und was wir daraus machen.

In diesem Sinne wünsche ich mir das alle Kinder daran denken, das unsere Mutter uns das gibt was sie uns geben kann… auch wenn es nicht immer das ist was wir gerade brauchen oder wollen


Im besten Fall natürlich Wurzeln und Flügel




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