Gewalt ist keine Liebe!!!

Dies ist ein Teil meiner persönliche Geschichte und enthält vielleicht Stellen die dich Triggern können, also bitte sei achtsam mit dir selbst. Solltest du Hilfe oder Rat suchen, dann schreibe mir gerne: Links findest du unter dem Text

Dieses Video hat mir heute wieder gezeigt, wie wichtig es ist all diese Zeichen nicht zu ignorieren, nicht zu schweigen und wie wichtig es bei diesen Anzeichen ist, Hilfe zu bekommen. Wenn jemand zu dir sagt, das sie/er Angst zu Hause haben, dann verdammt noch mal nehmt das Ernst…. wir müssen nicht warten bis es total eskaliert oder?

Nicht alle haben soviele Schutzengel wie ich…..

2000/2001: Mein Leben war wie immer das reinste Chaos… Der Erzeuger meines jüngsten Sohnes (geb. Jan. 2000) war Spielsüchtig und hat dementsprechend das ganze Geld verspielt…. nicht nur seins, sondern auch meins und das der Kinder. Miete verspielt, mein Konto leer geräumt und dazu noch mit allem durchkam. Polizei Anzeige? Keine Unterstützung, Vermietergespräche durfte ich ausbaden, von meiner Familie durfte ich keine Unterstützung erhoffen, schließlich alles meine Schuld… Klar was sonst? Dazu kam ein Schulkind und ein Baby um die sich gekümmert werden musste, der Haushalt und jeden Tag die Frage, wie verdammt bekomme ich alles hin….
Kurz bevor ich ganz kapituliert habe, hat mir meine Mutter eine Woche Urlaub in New York geschenkt und ich kam im Mai 2001 wieder mit neuem Optimismus und auch Mut die Dinge zu ändern… zumal ich in dieser Woche meine Mutter quasi als Freundin hatte, doch das hat sich schnell danach wieder gelegt und unser Verhältnis war wieder wie vorher, ich das böse Kind und sie die arme geplagte Mutter. Na ja und dann war er da, der eine Freund, der schon eine Weile als Freund an meiner Seite war. Der, der mir durch alles im letzten Jahr durchgeholfen hat, der Verständnis- und liebevoll mit mir und den Kindern umgegangen ist. Der, der mich nicht auf die übliche Art bedrängt hat, der jeden Tag zugehört und geholfen hat…. Ja, das ist der Mann den ich brauche, der ein Vater für die Kinder sein kann und mir als Partner liebevoll zur Seite steht und auch nicht zuckt, wenn ich mal „komisch“ bin. Ich hab genau geschaut, denn ich wußte was ich nicht mehr wollte…. Keine Alkoholexzesse, keine Sexuelle Gewalt und schon gar keine Schläge. Ich habe ihn sogar offen darauf angesprochen, da es Gerüchte gab. Nein, alles Gerüchte von der „bösen“ ExFrau, die ihm die Kinder damit entziehen wollte. Ich geb zu das war echt blöd, den Mist zu Glauben, nur konnte ich da keine Anzeichen für all das was kommen sollte nicht sehen. Ich hab ihn ja auch nie auch nur ein Bier trinken sehen… Begründung seinerseits: Er verträgt keinen harten Alkohol, davon wird er Agressiv, also trinkt er keinen. Klingt doch echt vernünftig oder? Und so wurden wir ein glückliches Paar…

Ein Traum wird zum Alptraum

Ich weiß nicht wann genau die Entscheidung gefallen ist in ein anderes Bundesland zu ziehen, dennoch ist sie gefallen. Ich wollte einfach weg von dem ganzen ständigen Terror mit meiner Mutter, meinem ExMann und endlich nur in Ruhe ein friedliches Leben für meine Kinder und mich. Eben eine glückliche Familie…
Das fing schon Scheiße an, als meine zwei Großen Kinder im Sorgerechtstreit mal eben getrennt wurden. Einer bleibt bei Mutti und einer bei Papa (nur kurz mal am Rande, es ist in Bayern kein Problem Alkoholiker zu sein, solange er nicht morgens schon mit Vodka anfängt, Bier gehört in Bayern zu den Nahrungsmitteln. Aussage vom Richter) und Hilfe vom Jugendamt ist auch nochmal ein extra Kapitel für sich. Also musste ich mich mit dieser schmerzlichen Entscheidung erstmal abfinden, es blieb ja noch die Berufung und die Dauert. Also packten wir unsere Sachen und fuhren in Richtung neue Heimat…. Ich war so Sicher, das alles gut werden würde und der Berufungsrichter dann sieht, das ich ein gutes Zuhause bieten kann und eine gute Mutter bin…. Doch es kam anders und viel schlimmer als ich es für Möglich gehalten habe….

Ab dem Moment als wir quasi die Grenze zum neuen Bundesland überschritten hatten, zeigte mein liebevoller Prinz Charming sein wahres Gesicht und mich beschlich ein echt scheiß Gefühl, was mich auch nicht täuschen sollte. Ich hatte die tägliche Portion Demütigung von meiner Mutter hinter mir gelassen und bin geradewegs in die neue Katastrophe reingerannt. Denn ab diesen Tag, war ich wie eine Gefangene, die zu dumm für alles war… Ich konnte weder richtig Wäsche waschen, noch mich richtig um die Kinder kümmer und so weiter… die ganze Palette durch. Allein rausgehen, keine Chance… Alleine telefonieren, unmöglich und dann wurde auch auf die Zeit geachtet, wie lange ich beim Bäcker einkaufen bin… der war nur 3 Hauser entfernt, also durfte ich da schon mal alleine hin. So wurde jeder Tag zur Qual und ich wußte nicht an wen ich mich wenden soll…. In der neuen Stadt kannte ich niemanden und wem hääte ich etwas erzählen können ohne die Antwort: „Das hast du dir doch selbst ausgesucht“ ergo ich hatte Angst und ich habe mich unendlich geschämt, denn ich hab schon wieder versagt. Irgenwann hat es sich eingebürgert das Prinz Charming am Wochenende bei seiner Mutter in geselliger Runde richtig gesoffen hat, aber meistens auch da blieb oder eben zu Hause gepöbelt hat. Um mir Angst zu machen brauchte es damals nicht viel, all das was ich jeden Tag erlebte und die Tatasache, das er mir selbst erzählt hat, Agressiv zu werden, wenn er harten Alkohol trinkt, haben mich quasi gelähmt und ich lebte in dieser Zeit mal wieder in ständiger Angst und ich wusste ich muss raus bevor etwas schlimmes passiert. Diese Chance kam an einem Freitag und ich nahm all meinen Mut zusammen und packte heimlich ein paar Sachen, holte heimlich den großen mitten aus dem Unterricht und flüchtete Richtung Berlin zu meiner Schwester. … Natürlich hatte Prinz Charming irgendwann mitbekommen, das ich weg war und mich auch telefonisch schnell ausfindig gemacht. Nein er war nicht Agressiv, im Gegenteil er erklärte meiner Schwester, das ich ein psychisches Problem habe und er sich voll die Sorgen macht… Ergo, wurde mir von Seiten meiner Schwester und dem Rest der Familie klar gemacht, wie dämlich ich sei, so einen tollen Mann lässt man nicht einfach im Stich. Ich bin wirklich sehr sehr undankbar und verdiene es gar nicht so einen tollen Mann zu haben…. Na und edliche Argumente mehr in diese Richtung bestätigten mir, das es wie immer nur an mir liegt und meine Angst nur eingebildet. Also fuhr ich reumütig zurück und spürte schon auf der Strecke, das dies ein riesen Fehler sein wird. Nur was sollte ich machen? Wenn so viele Leute sagen, das ich das Problem bin, wer würde denn wirklich ernsthaft mal meine Sorgen und Ängste ernst nehmen?
Wieder zu Hause angekommen wurde ich erstmal ignoriert und drauf hingewiesen so einen Scheiß nicht noch einmal zu machen. Ich setzte meine letzte Hoffnung in diesem Moment auf meine Mutter, denn die hatte sich zu Besuch angemeldet und kam dann mit ihrer Nachbarin (über 75 Jahre und Alzheimer) ein paar Tage später zu uns, das gab mir etwas Entspannung und die Hoffnung, das sie mir glaubt, wenn sie es selbst sieht. Und ja, selbst ihr ist aufgefallen, das ich da raus muss und hat mit mir alles vorbereitet um wieder nach Bayern zurück zu gehen…..
Diese Entscheidung und die Tatsache, das wir ihm von dieser Entscheidung erzählt haben, wurde uns dann am Wochenende zum Verhängnis und hätte mich fast das Leben gekostet…. denn er hat sich über Tage da rein gesteigert, getrunken und war echt im „Blutrausch“ Ich erspar euch jetzt die Einzelheiten der Prügel, nur werde ich im Leben nicht den Ausdruck in seinen Augen vergessen….. Ich bin mir Sicher, wäre nicht zufällig der Nachbar aus seiner Wohnung gekommen, hätte er mich getötet im Rausch…. So wurde er unterbrochen und ist verschwunden. Irgendwer rief den Notarzt und die Polizei und es wurde eine lange Nacht. Da ich meine Mutter und unsere „Oma“ bei mir hatte, haben wir die Kinder geweckt und mussten in eine Pension flüchten, da man ihn nicht finden konnte oder gefühlt auch nicht wollte… zusätzlich hat sich dann noch raus gestellt, das die Bremsschläuche zerschnitten waren und so mussten wir ein paar Tage warten bis mein Auto wieder repariert war.

Wegen der Körperverletzung gab es dann auch eine Anzeige und einen Prozess, bzw zwei wegen der Berufung seitens des Angeklagten. Was man da erlebt, lässt einen noch zusätzlich an unserem Rechtssystem zweifeln… Vielleicht nur soviel, das Berufungsurteil lautete 6 Monate Haft ohne Bewährung ( die Vorstrafen waren echt viel) und eine Entzugstherapie, weil er laut Gutachter Phasentrinker ist. Wie ich kürzlich mal mitbekommen hat, verdient er heute sein Geld als Pflegevater von 2 Kindern und wird vom Jugendamt bezahlt.

Die Berufung wegen dem Sorgerecht habe ich natürlich verloren, denn ich saß ja noch grün und blau geschlagen ohne richtige eigene Wohnung im Gerichtssaal und damit war für den Richter klar, ich kann definitiv richtig nicht für meine Kinder sorgen…..


Und heute?

Sehe ich mein Leben mit anderen Augen und verstehe viele Dinge anders als früher. Ich habe mich gelöst von Gewalt, Demütigung und lebe jetzt mein Leben in Frieden mit mir und auch mit meiner Vergangenheit. Schweigen kommt für mich nicht mehr in Frage, denn es gibt so viele Dinge vor denen wir als Gesellschaft die Augen verschliessen… weil wir sie nicht verstehen, weil wir schreckliche Sachen nicht in unserem nahen Umfeld ertragen können oder wollen, wir werden sprach-und hilflos sobald es uns persönlich betrifft. Und doch geht es uns alle an, denn das letzte Jahr Corona hat die Zahlen noch einmal in die Höhe getrieben…. und die Polizeistatistik erfasst nur das Hellfeld, die Dunkelziffer wird rund 5 mal höher geschätzt.

Wenn durchschnittlich jeden Tag eine Frau getötet wird und jede Woche ein Kind durch häusliche Gewalt ums Leben kommt, ja dann haben wir ein gesellschaftliches Problem und es geht uns ALLE an.


Ich bin eine von vielen „Überlebenden“ die den Mut gefunden haben, auch öffentlich zu reden… Warum?
Weil wir wissen wie es sich anfühlt, weil wir es uns zur Aufgabe gemacht haben über all diese schrecklichen Sachen aufzuklären in der Hoffnung, das wir etwas ändern und bewegen können, weil wir anderen Mut machen wollen aus der Gewalt auszusteigen, weil wir Mut zum Leben machen wollen und weil wir von der Politik und der Öffentlichkeit immer noch größtenteils ignoriert und stigmatisiert werden……


Ein offenes Ohr kann jeder haben

Deutsches Sprichwort

In diesem Sinne bis bald und bleibt gesund

eure Janine

Hier findest du Hilfe und Rat:

schreib mir eine Mail unter: j.zierold@gmx.de
Du findest mich auch bei Facebook unter https://www.facebook.com/WhiteAngelsCoaching oder ganz einfach https://www.facebook.com/jzierold/

Hier auf dem Familienportal findest du zu den verschiedenen Themen die Telefonnummern und Links zu Anlaufstellen

https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/krise-und-konflikt/krisetelefone-anlaufstellen


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